Rondorf (sb). Ihr Start ins Leben war vielleicht nicht der Beste, doch Anni Sadicki kennt Geburtstagskind Maria Caspar als humorvolle und gut gelaunte Frau. Die Jubilarin kam als Maria Schwarz vor 100 Jahren in Köln zur Welt und wuchs in Kalk bei einer "Pflegeoma" auf.
Ihre Mutter hatte sie als Baby weggegeben. Aus
Altersgründen konnte sich die Pflegeoma dann nicht mehr
um Maria kümmern, und so kam sie mit zwölf Jahren nach
Rondorf zur Familie Fusswinkel. Das Ehepaar betrieb die
Gaststätte "Zur alten Post" und hatte selbst
zwei Söhne. "Hier fand Maria eine richtige Familie",
berichtet Anni Sadicki. Später arbeitete Maria in der
Gaststätte und lernte hier auch ihre beiden Ehemänner
kennen. Marias erster Mann fiel im Krieg, den zweiten
heiratete sie mit 38 Jahren. Aber auch wenn beide Ehen kinderlos
blieben, einsam war die Kölnerin nicht. "Maria war sehr
kontaktfreudig, hat viel gelacht und hatte ein herzliches
Verhältnis zu den Kindern ihrer Freunde und
Nachbarn", erzählt Anni Sadicki. Außerdem sang
sie im Chor, spielte in einer Theatergruppe und ist heute noch
Mitglied beim katholischen Frauenbund. Seit ihr
Mann vor 36 Jahren starb, lebt Maria alleine. Seit über 20
Jahren kümmert sich aber Anni Sadicki um Maria Caspar.
Die beiden Frauen lernten sich vor bald 50 Jahren kennen. "Sie
war eine sehr gute Freundin meiner Schwiegermutter",
erzählt Anni, und Maria Caspar erklärt: "Wir hatten
viele schöne Zeiten", und dafür hat sie ein
Erfolgsrezept: "Man sollte nicht sagen 'Ich
muss', sondern 'Ich will', dann geht alles viel
leichter", erklärt sie ihre Einstellung zum Leben.
Besuch bekommt Maria zudem regelmäßig
von einem ehemaligen Nachbarskind sowie Annis Kindern und
Enkeln. Sie sind für Maria heute wie eine eigene
Familie.


